Hallo zusammen,

ich möchte mit diesem Post ein weiteres Thema eröffnen, das mit sehr wichtig ist: Orthografie. Da in den Schulen die Rechtschreibung ausstirbt, bleibt einem keine Wahl, als sich selbstständig fortzubilden. Eine gute Idee kann an schlechter Schreibe scheitern. Wer nicht weiß, wann er Kommata setzen muss und auch nicht weiß, wann nicht, der läuft Gefahr, Bücher zu veröffentlichen, die unmöglich zu lesen sind. Sicherlich kann man bei eBooks, die ohne professionelles Lektorat und Korrektorat eines Verlages (also eines nach ökonomischen Prinzipien arbeitenden Unternehmens, das seine Produkte immer mit der nötigen Sorgfalt veröffentlichen wird, um maximalen Umsatz, Absatz und Ertrag zu erwirtschaften) entstanden sind, nicht erwarten, dass sie fehlerfrei sind.

Aber man kann sie so gestalten, dass der gewünschte Sinn vermittelt wird und dass die Qualität soweit stimmt, dass sie lesbar sind.

Ich habe von jemandem den Kommentar bekommen, dass diese Arbeit (die Mühe, sein Manuskript wieder und wieder zu prüfen) keinen Sinn machen würde, da die meisten Leser ja gar nicht beurteilen könnten, ob jenes Komma richtig ist oder nicht.

Genug können es aber und wenn man die Regeln und das Gefühl dafür einmal verinnerlicht hat, dann macht das Schreiben auch mehr Spaß. Schließlich ist die Unkenntnis der Kommaregeln ein nagendes Gefühl, das erst von einem ablässt, wenn man sie beherrscht.

Besonders wichtig für deine Schreibe sind die Adjektive, da ihre Anzahl und die Auswahl derselben häufig über das Lesetempo deiner Leser entscheidet. Ist das Buch vollgestopft mit redundanten Adjektiven, ließt es sich schwerer und langsamer.

Daher widme ich den ersten Post bezüglich Kommata den Adjektiven.

Deshalb hier der erste Beitrag zu dem Thema. Weitere sollen folgen.

 

Komma oder kein Komma bei Reihungen von Adjektiven?

 

Wenn die Adjektive in einem Satz sich auf das gleiche Wort (z. B. Frau/Subjektiv) beziehen, wird ein Komma gesetzt.

Prüfen kann man das, wenn sich sinnvollerweise ein „und“ zwischen sie setzen lässt.

Hat man Bedenken, dass das „und“ nicht sinnvoll ist, kann man durch Umstellung des Satzes herausfinden, ob beide Adjektive ein und dasselbe Bezugswort haben, oder eben unterschiedliche.

Dies ist aber keine zwingende Kommaregel, denn häufig kann der Autor dadurch, dass er ein Komma setzt oder aber weglässt, verdeutlichen, ob er die verwendeten Adjektive als gleichrangig oder nicht verstanden wissen will.

Siehe folgende Beispiele:

 

  1. Eine hübsche, junge Frau, die aus dem Kapital schlug, was sie hatte, und so die Verlegenheit vermied, sich um ehrliche Arbeit sorgen zu müssen.

 

  1. Eine hübsche junge Frau, die aus dem Kapital schlug, was sie hatte, und so die Verlegenheit vermied, sich um ehrliche Arbeit sorgen zu müssen.

 

Zu 1. Eine Frau, die hübsch und jung ist und die aus dem Kapital schlug, …

Fazit: Beide Adjektive (hübsch und jung) haben das Subjektiv „Frau“ als Bezugswort. D. h. beide Adjektive haben den gleichen Rang, daraus folgt, es wird ein Komma gesetzt.

 

Zu 2. Eine hübsche Frau, die jung ist und die aus dem Kapital schlug, …

Fazit: Hier bezieht sich das erste Adjektiv auf das Subjektiv und das zweite Adjektiv „jung“ auf das erste „hübsch“. D. h. beide Adjektive sind nicht gleichrangig, woraus folgt, es wird kein Komma gesetzt.

 

Wie immer gibt es Ausnahmen, die da lauten:

 

  1. Gruppe: Adjektive, die Farben bezeichnen:

herrlich weißes Mehl, langstielige rote Rosen, der hochwertige braune Anzug, in seiner löchrigen weißen Hose, das weiß glühende Geschoss, das lange rote Haar

 

  1. Gruppe: Adjektive, die Materialien bezeichnen:

glitzernde goldene Ohrringe, ein handgenähter lederner Ball, die alte steinerne Brücke

 

  1. Gruppe: Adjektive, die Zugehörigkeiten bezeichnen:

eine wichtige amtliche Mitteilung, der symmetrisch angelegte königliche Schlosspark, die allgemeine wirtschaftliche Lage, ein aktiver gemeinnütziger Verein

 

  1. Gruppe: Adjektive, die die Herkunft aus einem Land oder einer Stadt bezeichnen:

ein berühmter spanischer Roman, neue deutsche Autos, das dunkle bayrische Bier, ein schneller italienischer Sportwagen

 

Beispiel aus einer Kurzgeschichte:

Er ist Varikana mit imposantem schwarzem Schnurrbart und krausem Haar, Ende 30, ausgesprochen hager und vom Leben gezeichneten Augen.

Die Adjektive „imposant“ und „schwarz“ gehören in die 1. Gruppe, daraus folgt: kein Komma

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